Ausgangssituation


D ie ehemals eigenständige Stadt Bad Münster am Stein-Ebernburg erlebte ihre Entwicklung als Kurstadt ab Mitte des 19. Jahrhunderts. Dementsprechend wurde dieser Sektor weiter vorangetrieben. Insbesondere nach dem 2. Weltkrieg und in den 1970er Jahren wurden eine Reihe von Investitionen im Kurbetrieb getätigt, wie bspw. der Bau und die Einweihung des neuen Freibades (1954), der Umbau und die Renovierung des Kurhauses (1968), die Erneuerung und Sanierung des Fährhauses und der Anlegestelle (1959), der Neubau der Kurgärtnerei und Neubau des Kurmittelhauses 2 (1971-1972), der Bau der modernen Pontonbrücke am Freibad über die Nahe (1973) oder der Bau des Kurpavillons (1974-1975).

Das Wegbrechen, der durch die Krankenkassen geförderten Kuranwendungen in Folge der Gesundheitsreform, hat negative Auswirkungen auf den Kursektor gehabt. Dazu kommt ein geändertes Freizeit- und Urlaubsverhalten, sodass in Folge dessen die Besucherzahlen der Hotel- und Gastronomiebetriebe rückläufig waren, was zu einer Reihe von Schließungen führte. Die Konsequenz war der Rückgang von Steuereinnahmen und somit die Entwicklung einer finanziellen Schieflage der Stadt. Dies ist auch unter anderem als Resultat einer Fokussierung auf den Kurbetrieb zu sehen.

Durch die fehlenden Haushaltsmittel kam es zu unterlassenen Investitionen und Unterhaltungs-arbeiten, die zu einem Sanierungsstau bei den öffentlichen Einrichtungen geführt haben. Das gleiche Problem ist im öffentlichen Raum festzustellen: Verwitterte Sitzbänke in den Grünanlagen, fehlende Beleuchtung, Stolperfallen auf den Gehwegen, mangelnde Grünpflege und uneinheitliche Stadtmöblierung, um nur eine Auswahl zu nennen, sind Beispiele einer Reihe von städtebaulichen Mängeln. Darüber hinaus sind einige Leerstände im Kurgebiet in Bad Münster am Stein-Ebernburg festzustellen. Dabei handelt es sich insbesondere um große, ortsbildprägende Gebäude von ehemaligen Hotel- und Kureinrichtungen. Diese haben im Laufe der Zeit des Leerstandes hohe bauliche Mängel entwickelt. Dazu kommt eine stark ausgeprägte Überalterung der Gesellschaft im Zuge des demographischen Wandels.

Dementsprechend lassen sich für den Kurbereich städtebauliche und funktionale Mängel feststellen, auf die im Rahmen des Förderprogramms „Stadtumbau West“ reagiert werden soll. So sollen teilweise neue und tragfähige Nutzungen entwickelt, sowie eine Aufwertung des öffentlichen Raumes realisiert werden. Darüber hinaus müssen insbesondere junge Familien durch sinnvolle Maßnahmen im Stadtteil gehalten und neugewonnen werden, sodass dieser eine Zukunft hat und nicht noch von weiteren Leerständen betroffen sein wird.

Städtebauförderprogramm Stadtumbau West


D as Städtebauförderungsprogramm „Stadtumbau West“ zielt darauf ab, den negativen Auswirkungen der demografischen Entwicklung und des wirtschaftlichen Strukturwandels auf die städtebauliche Entwicklung entgegenzuwirken. Das Instrument ist dabei stark auf die Einbeziehung privater Akteure und die gemeinsame Durchführung von Maßnahmen angelegt.

Voraussetzung für eine Förderung ist ein unter Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger erstelltes integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept nach § 171b BauGB.

Der Stadtumbau dient der Behebung städtebaulicher Missstände, die sich in Form von Substanz- und Funktionsmängeln bzw. Funktionsverlusten zeigen. Der Einsatz von Fördermitteln soll die Stadt in die Lage versetzen, sich frühzeitig auf Strukturveränderungen in den Bereichen Demografie und Wirtschaft und auf die damit verbundenen städtebaulichen Auswirkungen einzustellen. Grundlage für die finanzielle Förderung im Rahmen des Programms Stadtumbau West ist, gem. § 171b Abs. 2 BauGB, ein städtebauliches Entwicklungskonzept in dem die Ziele und Maßnahmen im Stadtumbaugebiet darzustellen sind.

Das integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept stellt eine langfristige und tragfähige Entwicklungsperspektive für den Kernbereich des Bad Kreuznacher Stadtteils Bad Münster am Stein-Ebernburg dar, auf die, unter Zuhilfenahme geeigneter Maßnahmen, entsprechend hinzuarbeiten ist. Um eine nachhaltige Entwicklung zu gewährleisten, werden die Stärken und Schwächen innerhalb des Gebiets herausgearbeitet. Aus diesen können hinreichende Beurteilungsgrundlagen

  • für die Notwendigkeit des Stadtumbaus, der Städtebauförderung oder des Einsatzes anderer geeigneter Instrumente,
  • für die Begründung der Anwendung des besonderen Städtebaurechts und damit für die förmliche Festlegung eines Stadtumbaugebiets oder ggfs. Sanierungsgebiets und
  • zur Festlegung der Grenzen des Stadtumbaugebiets
gewonnen und geeignete Ziele und Maßnahmen identifiziert werden.

Bürgerbeteiligung


D ie Öffentlichkeit soll im Prozess des Stadtumbaus in Bad Münster am Stein-Ebernburg umfassend beteiligt werden. Dazu sind mehrere Beteiligungsschritte vorgesehen, um mit verschiedenen Alters- und Zielgruppen ins Gespräch zu kommen.

Zum einen ein allgemeiner Workshop zu dem die Teilnehmer der Auftaktveranstaltung im Februar 2017 eingeladen wurden. Um den Beteiligungsprozess generationengerechter gestalten zu können ist weiterhin ein Familienworkshop, eine Stadtsafari mit Grundschülern und eine Schülerbefragung an der Realschule Plus am Rotenfels vorgesehen.

Bürgerworkshop

Ziel des Workshops am 25.09.2017 ist es zum einen die Bevölkerung über die Ergebnisse der Bestandsaufnahme im Untersuchungsgebiet zu informieren. Dabei werden insbesondere die Stärken und Schwächen des Gebiets dargestellt. Auf dieser Basis sollen mit den Workshop-Teilnehmern Maßnahmen entwickelt werden um Verbesserungen für das Gebiet zu erreichen. Dabei werden die Teilnehmer anhand von sechs betreuten Stationen Maßnahmen zu den entsprechenden Teilbereichen des Untersuchungsgebietes entwickeln.

Familienworkshop

Ziel des Workshops am 27.09.2017 ist es, die in Bad Münster am Stein-Ebernburg wohnenden Familien umfassend einzubeziehen, von ihnen Impulse zu sammeln und von ihren Einschätzungen zu profitieren. Der Workshop dient dementsprechend der Sammlung von Einschätzungen der hier Wohnenden und der Feststellung der Bedürfnisse von Familien. Auf dieser Basis sollen gemeinsam Entwicklungs-perspektiven und Maßnahmen für den Kernbereich des Stadtteiles Bad Münster am Stein-Ebernburg auf Basis der Stärken und Schwächen des Gebietes erarbeitet werden.

Stadtsafari

Ziel der Stadtsafari ist es, die Zielgruppe der Grundschulkinder umfassend in die Entwicklung des Zentrums von Bad Münster am Stein einzubeziehen und die Sicht dieser auf den zentralen Bereich des Stadtteils herauszuarbeiten.

Die Stadtsafari bietet den Grundschulkindern die Möglichkeit, den Verantwortlichen der Stadt und den Moderatoren des Begleitbüros FIRU ihre Lieblingsplätze zu zeigen, aber auch Orte, die ihnen weniger gefallen beziehungsweise wo etwas verbessert oder verändert werden sollte. Die Safari folgt entlang von fünf vorgegebenen Stationen, für welche im Untersuchungsbereich besonderes Interesse besteht.

Schülerbefragung

Im Rahmen einer Schülerbefragung wurden über 100 Jugendliche bis 16 Jahre am Prozess beteiligt. Dabei wurden Erkenntnisse gewonnen, was dieser Zielgruppe im Untersuchungsgebiet gefällt und was nicht. Weiterhin wurde abgefragt welche Angebote im Untersuchungsgebiet die Jugendlichen nutzen und welche darüber hinausgehenden Nutzungen aus ihrer Sicht wünschenswert wären. Mittels Kartierung konnten die Befragten zusätzlich angeben an welchen Orten sie sich aufhalten und welche sie eher meiden. Dazu wurde jeweils um eine Begründung gebeten, sodass Rückschlüsse auf mögliche Maßnahmen gezogen werden können um diese Zielgruppe im Untersuchungsgebiet stärker zu berücksichtigen.

Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept


D as Integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept als Voraussetzung für die Verwendung von Fördermitteln wird durch das Ingenieurbüro FIRU mbH aus Kaiserslautern erarbeitet. An dieser Stelle wird der jeweils aktuelle Stand des Konzepts dargestellt.

Bestandsaufnahme

Auf Grundlage einer Begehung vor Ort, sowie der Auswertung von vorhandenen Untersuchungen und Informationen wurde ab Juni 2017 eine Bestandsanalyse im Untersuchungsgebiet durchgeführt. Deren Ergebnisse können Sie hier abrufen.

Zeitschiene ISEK
  • Juli/August 2017Bestandsaufnahme/-analyse

  • August 2017Stärken-Schwächen-Analyse

  • August/September 2017Defintion Leitziele

  • Oktober 2017 - März 2018Entwicklung von Maßnahmen

  • März 2018Erstellung Kosten- und Finanzierungsübersicht / Evaluation

  • April 2018Dokumentation

  • Mai 2018Abschluss Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept

TERMINE


BÜRGERWORKSHOP | 25.09.2017 | 19.00 Uhr | Kurpavillon


FAMILIENWORKSHOP | 27.09.2017 | 19.00 Uhr | Kurpavillon


STADTSAFARI | 03.11.2017 | 08:30 Uhr | Kurpavillon


ABSCHLUSSVERANSTALTUNG | Datum und Veranstaltungsort folgen